Gudrun Parnitzke

Café Messerschmidt ist weggezogen    

Was bleibt übrig von Neukölln

Verlag dahlem-buch, 2016

188 Seiten, Softcover

ISBN 978-3-9815654-1-6

Preis 9,00 €

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Am S-Bahnhof Neukölln

„Am S-Bahnhof Neukölln dampft das Pflaster nach einem Regenschauer
Im S-Bahn-Abteil legt sich das trübe Schummerlicht wie Staub auf die Gesichter der Fahrgäste.
Ein schwarzer Klumpen Schmutz hat sich in den beschlagenen Leuchtstofflampen gesammelt
und schlingert bei jeder Erschütterung des Waggons ruckartig durch die Glasröhre. Gebannt
beobachtet Uli die unwillkürlichen Bewegungen und muss an ein gefangenes Tier denken.
Am S-Bahnhof Neukölln angekommen dampft das Pflaster nach einem Regenschauer.
Uli läuft auf der Bordsteinkante entlang.
„Pass auf die Laternen auf!“ warnt die Großmutter sie.
Uli schleckt eine Kugel Schokoladeneis aus der Waffeltüte. Die winzige Eisdiele von Herrn
Rendez ist ein paar Schritte vom Bahnhof entfernt, gleich hinter der Wechselstube. Auch für die
Kundschaft aus dem Osten nicht zu verfehlen. Nur vier zierliche runde Tische mit roten Plastiksesseln
haben neben der Theke Platz, aus einem Lautsprecher quäkt es Bella Bimba.“


Uli, als Kind und Heranwachsende, im Mittelpunkt der Geschichten und Szenen rund um
den.S-Bahnhof Neukölln, erlebt den Ort als pulsierende Drehscheibe zwischen West und Ost,
in deren Sog sich wirtschaftlicher Aufschwung entfaltet, als die Spuren des letzten Krieges noch
sichtbar sind. Doch kurz nach dem Mauerbau gehen am Bahnhof die Lichter aus.


Café Messerschmidt ist weggezogen erzählt von einem Neukölln, in dem die Autorin groß
geworden ist.

Die Autorin
Gudrun Parnitzke, aufgewachsen in Berlin-Neukölln, war viele Jahre unter dem Namen
Müller-Sabe als Musikautorin tätig, schrieb Features und Beiträge für den Rundfunk und
bekannte Berliner Orchester.
Veröffentlicht wurden auch verschiedene Kurzgeschichten und ein historischer Roman.
2013 ist die phantastische Erzählung „Ein Traum von Prochaska“ erschienen, die am Anfang des 19. Jahrhunderts zur Zeit der Befreiungskriege spielt. Sie handelt von der Begegnung Ludwigs van Beethovens mit der jungen Frau Eleonora Prochaska, die unerkannt als Soldat gegen Napoleon kämpfte.

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